Ach Amazon,

ihr braucht echt kein Greenwashing zu betreiben („Weihnachtszeit in den Amazon-Logistikzentren“). Das Einkaufserlebnis in eurem Versandhaus ist echt einzigartig. An diesem Erfolg müssen die Kolleginnen und Kollegen beteiligt werden, denn sie leisten die Gute Arbeit für dieses Einkaufserlebnis.

Dass ihr euch als Einzelhandel sehtt, beweist ihr auch regelmäßig selbst, wie z.B. in der Facebook-Werbung, die ihr geschaltet habt (vgl. http:/blog/liebes-amazon-team/). Ihr verkauft sogar verdammte Lebensmittel. Punkt für die streikenden Kolleginnen und Kollegen.

Was ich aber richtig gut finde ist die gebetsmühlenartige Wiederholung, dass alles in Ordnung sei. Während ihr  noch vor ein paar Tagen davon spracht, dass die Streiks generell keine Auswirkungen haben, heisst es jetzt, dass man noch rechzeitig bis Weihnachten liefern wird. Punkt für die streikenden Kolleginnen und Kollegen.

Noch lustiger fand ich die Mail, die ich bekam, als ich etwas vor ein paar Tagen bestellt habe. Kurz zusammengefasst:

Wir entschuldigen uns für die Ihnen durch die Verzögerung entstandenen Unannehmlichkeiten.

Ich kann mich nicht erinnern in den letzten 10 Jahren jemals solch eine EMail von Amazon erhalten zu haben – so üblich, wie es nun in den Medien beschrieben wird, ist es nicht. Auch irgendwelche Feld- und Wiesen-Experten für den Einzelhandel können an diesem Fakt nichts ändern (vgl. z.B. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Laengere-Streiks-bei-Amazon-Streit-um-verspaetete-Lieferungen-2071217.html). Punkt für die streikenden Kolleginnen und Kollegen.

Nun – ein Boykott ist im Übrigen keine Alternative. Damit fällt man den Kolleginnen und Kollegen nur in den Rücken – die einzige Art des Boykotts wäre vielleicht für einen kurzen Zeitraum den Bestelleingang zu schmälern, um ein Signal zu senden. Jeder Rückgang von Bestellungen führt dazu, dass das Unternehmen besser mit den Streik umgehen kann – aber gerade das wollen wir ja nicht. Nicht irgendein unkontrollierbarer und unreflektierter Boykott (wie beim größten deutschen Boykott nach dem WKII gegen Shell wg. Brent Spar), sondern nur der Kampf der betroffenen Kolleginnen und Kollegen wird eine Lösung sein.

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