Berufsbegleitendes Studium (ohne Abitur)

In einem älteren Artikel deutete ich an, dass das Studieren ohne Abitur in Deutschland nicht grade vergnügungssteuerpflichtig ist.

Jedes Bundesland hat seine eigene Regelung, und unabhängig von den formalen Zugangsregeln muss die Hochschule diese Zielgruppe auch wirklich wollen. Das wiederrum ist nicht wirklich überall der Fall, zumindest wenn man es mit dem Informationsangebot vergleicht, dass sich an junge AbiturientInnen richtet.

Die Finanzierung des Studiums ist auch nicht unproblematisch. Wer seinen Job aufgeben will oder muss, kommt mit den rund 670 EUR BAföG im Monat nicht aus, denn je älter man ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man mehr Verpflichtungen hat als in jungen Jahren. Auch mit einem Aufstiegsstipendium, bei dem noch ein paar Euro Büchergeld dazukommen, kann man keine großen Sprünge machen.  Eine Alternative stellt die Finanzierung des Studiums durch einen Job dar. Damit meine ich aber nicht den kleinen Nebenjob, sondern einen Fulltimejob, den man aber nur mit einem echten berufsbegleitenden Studiengang vereinbaren kann.

Dieses lässt sich in Deutschland recht schwer finden, denn „berufsbegleitend“ ist kein Merkmal, was im offiziellen Hochschulkompass hinterlegt wird. Dort kann man nur nach Teilzeitstudiengängen suchen, aber diese eignen sich nur für diejenigen, die im Beruf flexibel sind. Denn Teilzeitstudium bedeutet in der Regel nur, dass man länger Zeit hat, das Studium zu beenden. Die Seminare, Vorlesungen, Labore etc. liegen dann evt. trotzdem zu berufsunkompatiblen Zeitpunkten. Die Google-Suche ist insofern keine gute Hilfe, weil man hier i.d.R. mit den ganzen kommerziellen Angeboten der privaten Hochschulen geflutet wird und die Angebote der staatlichen Hochschulen untergehen.

Im Rahmen eines kleinen Projekts habe ich eine Übersicht von Hochschulen erstellt, die gezielt berufsbegleitende Studiengänge anbieten. Ferner existiert dort eine aktuelle Liste der formalen Zugangsregeln zum Studium ohne Abitur. Das ganze firmiert unter dem Namen „HochschulSuche“ (war nicht meine Idee, der Name). Ihr findet sie auf den Webseiten der IG BCE: http://www.igbce.de/portal/site/igbce/studieren_ohne_abitur/

Wer Informationen zum Aufsstiegsstipendium sucht, welches sich gezielt an Personen richtet, die (noch) im Beruf stehen, kann sich hier darüber informieren: www.aufstiegsstipendium.de – Im Gegensatz zu anderen Stipendien wird auch das (berufsbegleitende) Teilzeitstudium gefördert.

Alles weitere findet sich auf der Seite der HochschuleSuche – viel Spass beim Studieren.

Leave a comment

2 Comments

  1. Eine weitere Möglichkeit zum berufsbegleitenden Studium ist die Aufstiegsfortbildung. Diese gilt nur für Personen mit abgeschlossener Ausbildung. Hierbei gibt es verschiedene Abschlüsse, wie z.B. für kaufleute den Staatlich geprüften Betriebswirt. Diese berufsbegleitenden Studiengänge werden von Fachschulen angeboten und die Abschlüsse sind staatlich anerkannt.

  2. Jonas

     /  24/10/2011

    Das berufsbegleitende Studium sollte lieber in ein berufsbegleitendes Fernstudium umbenannt werden. Wie hier im Artikel schon angedeutet, ist es sehr schwer sich das Studium zu finanzieren, wenn man nebenbei noch arbeiten muss. Außerdem sehen viele Chefs eine Weiterbildung zwar gerne, aber es sollte doch so wenig Zeit wie möglich von der Arbeitszeit abgezogen werden. Daher ist es oft sehr schwer diese Präsenz Termine mit der Arbeitszeit und dem Arbeitgeber zu vereinbaren. Um so lieber sehen es die Chefs, wenn man sich in seiner Freizeit weiterbildet. Dafür ist ein Fernstudium ideal. Aber auch in einem Fernstudium kann es durchaus passieren, dass man an Präsenzveranstaltungen teilnehmen muss, allerdings sind diese sehr beschränkt.

    In der Firma in der ich arbeite, hat mein Chef mir sogar die Weiterbildung bezahlt und eine gehobenere Position mit mehr Gehalt angeboten. Dafür musste ich mich aber auch für weitere 10 Jahre bei Ihm verpflichten. Ich habe da schon richtig Glück gehabt, da mein Chef mir sogar noch zwei Mal die Woche drei Stunden früher Feierabend gegeben hat, damit ich mich mehr auf meine Weiterbildung konzentrieren konnte. Naja, im Endeffekt ist es eine win-win Situation, von der wir beide profitiert haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.