Bücher über die Post (I)

Jeden Tag muss ich an die Post denken. Zumindest wenn ich am Briefkasten vorbeilaufe. So viel Post habe ich aber nicht mehr. Manchmal schickt mir Robin was, manchmal ich ihm was. Diesmal stelle ich Bücher zum Thema Post vor.

Da ich auch mal als Zusteller gearbeitet habe, habe ich mich natürlich umgesehen, welche Bücher es zum Thema gibt, abgesehen vom Ordner mit den Dienstvereinbarungen.

Ich bin dabei auf Klassiker, aber auch ein paar unbekanntere Highlights gestoßen. Auch ein paar Enttäuschungen waren dabei.

Der heutige Klassiker ist von Charles Bukowski und heisst „Der Mann mit der Ledertasche“

Eine autobiographische und derbe geschriebene (man muss drauf stehen) Erzählung die vom Alltag des Briefzustellers Henry Chinaski erzählt. Er lässt sich im Leben gehen (Sex, Alkohol usw) und schafft es all diese Sachen mit seinem Job zu verbinden. Ständig Ärger mit den Vorgesetzten, weil er zu langsam sortiert, ständig Ärger mit Kunden usw.

Also im Grunde genommen wie das echte Zustellerleben – es ist alles irgendwie die Wahrheit.

„Chinaski, Sie brauchen 28 Minuten, um einen 23-Minuten-Korn zu leeren“
„Mann, bleiben Sie mir mit dem Scheißdreck vom Leib. Ich bin müde.“
„Was?“
„Ich sagte: ‚Bleiben Sie mir mit dem Scheißdreck vom Leib!‘ Lassen Sie mich den Wisch unterschreiben und zurückgehen. Ich will mir das nicht alles anhören.“
„Ich bin hier, um Sie zu belehren, Chinaski!“
Ich seufzte. „Okay, schießen Sie los. Ich höre.“
„Wir müssen hier alle eine Mindestleistung bringen, Chinaski.“
„Sicher.“
„Und wenn Sie ihre Leistung nicht bringen, heißt das, daß jemand anders Ihre Post verteilen muss. Das bedeutet Überstunden.“
„Wollen Sie damit sagen, dass ICH für die dreieinhalb Überstunden verantwortlich bin, die Sie fast jede Nacht anhängen?“
„Hören Sie, Sie haben zu einem 23-Minuten-Korb 28 Minuten gebraucht. Daran ist nicht zu rütteln.“
„So einfach ist das nicht. Das wissen Sie ganz genau. Jeder Korb ist sechzig Zentimeter lang. In manchen Körben sind dreimal, ja viermal soviele Briefe wie in anderen. Die Kollegen schnappen sich die ‚fetten‘ Körbe, wie sie’s nennen.
Ich mach mir erst nicht die Mühe. Irgendwer muß ja schließlich die großen Körbe übernehmen. Doch Ihr Burschen wißt immer nur, daß jeder Korb sechzig Zentimeter lang ist und in 23 Minuten leer sein muß. Wir stecken aber nicht die Körbe in die Fächer, sondern die Briefe.“
„Nein, nein, das ist alles genau berechnet worden!“

 

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In den nächsten Tagen folgt Teil II der Postbuch-Reihe!

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