Das Chaos nimmt kein Ende: Märchenzentrum [update]

Das Chaos im Grimm-Zentrum nimmt kein Ende. Nun habe ich zwar das Glück einer Arbeitskabine, aber wirklich gut arbeiten kann man darin nicht. Der WLAN-Empfang ist miserabel. Das bedeutet für jede OPAC-Recherche einen PC aufsuchen oder hoffen, dass nicht viel los ist (wie heute). Aber WLAN ist auch keine vorhergesehene Dienstleistung, sondern nur ein Addon wurde mir bei der Ausleihe erklärt.

Da die Situation der Promovierenden an den Instituten dermaßen schlecht ist, hat das Angebot der Arbeitskabinen einen großen Anklang gefunden. Die Wartezeiten lagen bei mehreren Monaten. Mittlerweile hat die Elite-UB sich entschlossen keine weiteren Vormerkungen entgegen zu nehmen (vgl. Link). Auch gehören die Promovierenden künftig nicht mehr zum Nutzer/innenkreis. So kann Nachwuchsförderung an der HU auch aussehen.

Ansonsten nimmt das Chaos auch bei den Schließfächern kein Ende: die hundert Fächer (sie behaupten es seien 450, haha) können in Zukunft mit Vorhängeschlössern versehen werden. Die Garderobe nimmt teilweise keine neuen Klamotten an, weil sie überlaufen ist. Und man hat die Garderobe aus organisatorischen Gründen um die Hälfte verkleinert (vgl. Link).

Anstatt sich um die zentrale Aufgabe einer Zentralbibliothek zu kümmern – das Ermöglichen wissenschaftlicher Arbeit und Literaturrecherche – werden Teile des Erdgeschoss immernoch als Ausstellungsfläche genutzt. Und in der „langen Nacht der Wissenschaft“ wird die Bude voller Gäste sein (vgl. Link) – zumindest in der letzten Stunde. Mal sehen ob der geplante Umbau des Foyers tatsächlich zu einer Entspannung der Lage führen wird.

Das Chaos nimmt kein Ende und niemand will was davon gewusst haben. Niemand will gewusst haben, dass eine neu geschaffene zentrale Bibliothek auch Studierende anderer Hochschulen anzieht, die zu faul sind in ihre Randbezirke zu fahren. Niemand will gewusst haben, dass die Arbeitssituation verschärft wird, wenn über ein Dutzend Fachbereichsbibliotheken geschlossen werden, denn das „mal kurz in die Institutsbibliothek“ fahren, um dort „mal kurz“ in einem Buch etwas nachzuschlagen ist vorbei. Jetzt heisst es sich erstmal Sachen verstauen (im Schließfach oder an der Garderobe) und dann die langen Gänge entlang laufen und die Bücher suchen und dann hoffen, dass sie am Platz sind. Denn je mehr Leute auf ein Buch Zugriff habe, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es verstellt ist.

Ja, so sieht das Studium an der elitären HU Berlin aus. Strategisch durchdacht, auf den sog. „Kundenkreis“ optimiert und vielseitig.

PS: Zwar ist der Handy- und WLAN-Empfang schlecht. Aber die Aussicht aus der Arbeitskabine ist schon nicht schlecht!

Update: Ich habe die Kabine übrigens schon wieder abgegeben. Das Arbeiten war eine Zumutung. Dieser Artikel ist aus bestimmten Gründen ein paar Wochen später veröffentlicht worden.

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