Die HAZ und ihre Liebe zur Wohnungswirtschaft

Ich wollte nur eine Wohnung in Hannover suchen und hatte riesen Pech, als ich bei der HAZ eine Anzeige schalten wollte.

Anfang letzten Jahres versuchte ich ein Wohnungsgesuch aufzugeben, der den Satz „Kein Makler“ beinhaltete. Dieser wurde
allerdings storniert. Morgens um 7:33 wurde mir eine Nachricht auf die Mailbox gesprochen. Leider jene Mailbox, die ich am Tag drauf für die Wohnungsanzeigen nutzen wollte, nicht bei der eigentlich für direkte Rücksprachen hinterlegten Telefonnummer. Man teilte mir mit, dass Anzeigen, die „Kein Makler“ beinhalteten nicht abgedruckt werden können.

Ich wundere mich über dieses Verhalten, denn ich glaube nicht gegen die AGBs verstoßen zu haben.

Den einzigen Paragraphen, den ich dazu finde, ist § 8. in dem sich der Verlag vorbehält Anzeigen „wegen des Inhalts […]
nach einheitlichen, sachlich gerechtfertigten Grundsätzen […] abzulehnen, wenn deren Inhalt gegen Gesetze oder behördliche Bestimmungen verstößt oder deren Veröffentlichung für den Verlag unzumutbar ist.“

Da ich denke, dass ein privates Wohnungsgesuch mit dem Hinweis „Keine Makler“ nicht gegen Gesetze oder behördliche Bestimmungen verstößt, ging ich also davon aus, dass der Hinweis „Kein Makler“ für den Verlag offensichtlich unzumutbar ist.

Ich bin darüber sehr erstaunt, denn ich glaube nicht, dass es unüblich ist, als Privatmensch bei Wohungsgesuchen von Maklern belästigt werden zu wollen. Bei anderen Zeitungen oder in anderen Städten klappt es ja auch.
Andere Zeitungen sucht man hier in Hannover aber vergleblich, denn es gibt im Grunde nur den einen Verlag, der die HAZ und Neue Presse herausgibt. Und als Monopolist ist es natürlich nachvollziehbar diese Macht zu nutzen und den „Wert“ der
privaten Wohnungsgesuche zu steigern, in dem den Maklern einen Freischein gegeben wird sich bei den Wohnungsuchenden zu
melden.

Bei all dieser Liebe und Nähe zur freien Wohnungswirtschaft fiel es mir nicht einfach, die Anzeige trotz fehlenden Hinweises erneut zu beauftragen. Ich habe am Ende dann auch eine Wohnung gefunden, nicht über die HAZ, sondern über’s WWW.

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