Die Rache der Berufsschifffahrt

Als wir vor einigen Tagen im Auftrag des BMIs auf der Spree Personenfahrten durchführten, sind uns mal wieder die Berufsschiffer aufgefallen, die sich an keine Regeln halten. Es gibt auch ein paar Regeln, die ich für ungemein sinnvoll halte, insbesondere diejenigen, die die Kommunikation mit anderen Schiffen regeln – ich meine die Schallzeichen.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die, leider etwas ältere, aber allumfassende Broschüre „Wassersport auf Bundeswasserstraßen zwischen Elbe und Oder„.

Insbesondere das Überhol- und Wendezeichen sind sehr hilfreich, um einzuschätzen,  was die riesigen Passagierdampfer so tun. Nichts ist schlimmer, als wenn ein Dampfer vor einem plötzlich anhält und man nicht weiss, ob es nun ein Anlege- oder Wendemanöver folgt.

Aufgefallen ist mir, dass sie untereinander sehr wohl immer brav Signal geben. Nur gegenüber den Sportsschiffern (und auch uns) war das Verhältnis etwas angespannter. Wieso? Das wissen wir nicht, aber ich habe ein Vermutung.

Die Sportschifffahrt ist ein ziemlich teures Hobby. Und diese Präsenz von Macht und Geld ist in Berlin wirklich nicht zu übersehen. Aus diesem Grund halte ich das Verhalten der Berufsschiffer gegenüber den Sportschiffern als Rache „des kleinen Mannes“.

Denn während auf der Straße die (reichen) Yachtbesitzer mit ihren dicken Karrossen durch die Gegend fahren, als gehörte ihnen allein die Straße, können hier die Berufsschiffer per Gesetz (durch ihr Vorfahrtsrecht) und durch gewisse Arroganz (Nichtverwendung des Signalhorn) den Spieß umdrehen.

Ob diese Verkehrung der sozialen Ordnung der tatsächliche Grund dafür ist, warum wir hellseherische Fähigkeiten entwickeln müssen, kann ich nicht abschließend beurteilen. Aber ich halte sie für äusserst plausibel und es sei ihnen ja gegönnt.

Mit etwas mehr Aufmerksamkeit und Vorsicht ist das Bootsfahren auch in Mitte überhaupt kein Problem.

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