Per Zufall entdeckte ich, dass die Adressetiketten, die die Internetmarke ausgibt, in das Fenster von Briefumschlägen passen. Die Adress-Internetmarken habe ich bisher direkt auf fensterlose Briefumschläge gedruckt.
Dadurch motiviert versuchte ich herauszufinden, ob man die Internetmarke direkt weiterverarbeiten kann, um sie z.B. in eine LaTeX-Dokument zu integrieren und auszudrucken.
Eine kurze Recherche ergab folgendes:
- Im WWW fand sich ein Hinweis, dass man bei StampIt direkt auf ein Din4-Blatt in die Fensterfläche drucken konnte. Auch bei der Internetmarke ist dies möglich. Da entsprechende Format heisst DIN A4 Normalpapier (Einlegeblatt). Man erstellt also ein Schreiben, druckt es aus und bedruckt in einem zweiten Durchgang den Fensterbereich. Für mich kam diese Lösung nicht in Frage.
- Leider bietet die Internetmarke keine API o.ä., um direkt auf die eigentliche Marke zuzugreifen.
- Es bleibt als nur noch die erstellten PDFs weiterzuverarbeiten. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Herangehensweisen:
- Das extrahieren der Internetmarke bestehend aus Matrix-Code und Marken-Infos, wie Erstelldatum, Seriennummer, Portohinweis.
- Das unmittelbare Einbinden des Briefmarken-PDFs in ein bestehendes Dokument.
Ich habe mich für letzteres Entschieden. Dreh- und Angelpunkt ist in LaTeX hierbei die Option \includegraphics. Diese hat eine Option namens “trim”, mit
der der Rahmen des einzubindenen Objektes verkleinert werden kann.
Der Aufruf sieht so aus: \includegraphics[trim= lx,uy,rx,oy]{file_name}
- lx entspricht hierbei dem Maß, der links auf der x-Achse abgenommen werden muss.
- uy entspricht hierbei dem Maß, der unten auf der y-Achse abgenommen werden muss.
- rx entspricht hierbei dem Maß, der rechts auf der x-Achse abgenommen werden muss.
- oy entspricht hierbei dem Maß, der oben auf der y-Achse abgenommen werden muss.
Ich habe also einfach mal ausgemessen, wieviel links, unten, rechts und oben abgeschnitten werden muss und kam zu folgendem Ergebnis: 25mm 259mm 151mm 25mm. Der Include sieht also wie folgt aus:
\includegraphics[trim=25mm 259mm 151mm 25mm]{internetmarke}
Als Grundlage diente der normale Ausdruck einer Marke auf einem Din A4-Blatt, welches ich im selben Verzeichnis wie das LaTeX-Dokument abgelegt habe (Name: internetmarke.pdf).
Versucht man aber so eine Marke zu integrieren ist noch nichts “abgeschnitten”, wie wir es bei der Internetmarke ja wollen. Denn neben der Internetmarke befindet sich noch ein Schriftzug der Post und weiterer freier Raum.
Aus diesem Grund muss man die includegraphics-Option um “clip” erweitern, damit auch wirklich nur der gewünschte Bereich angezeigt wird:
\includegraphics[trim=25mm 259mm 151mm 25mm,clip]{internetmarke}
Da ich g-brief für meinen Briefverkehr verwende galt es nun diese getrimmte und abgeschnittene Grafik in das Adressfeld einzubinden.
Ein includegraphics ohne weitere Optionen sieht aber nicht besonders gut aus, da die Grafik wie ein Buchstabe behandelt wird. Daher wird oftmals mit minipages o.ä. hantiert, um Grafik und Text auszurichten. Ich habe mich jedoch für parpic entschieden. Damit kann man ohne großen Aufwand Grafiken integrieren und den Text drumherum fließen lassen. Das ist bei längeren Adresse wünschenswert. Die Einbindung sieht also nun wie folgt aus:
\usepackage{picins}
…
\parpic[r]{\includegraphics[trim=25mm 259mm 151mm 25mm,clip]{internetmarke}}
Die komplette Adresszeile des g-brief-Dokumentes sieht nun wie folgt aus:
\Adresse {
\parpic[r]{\includegraphics[trim=25mm 259mm 151mm 25mm,clip]{internetmarke}}
Empfängername\\
Musterstr. 23\\
23235 Musterstadt
}
Viel Spass beim Briefeversenden! Die Internetmarken gibt’s hier: internetmarke.deutschepost.de

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