Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit

Dieser Text ist eine überarbeitete Version des Hausarbeit-Textes aus dem alten Blog.

Viele Leute fragen mich, wie ich die Hausarbeiten oder die Dissertation schreibe. Ich verwende kein Word und auch kein Open- oder Staroffice, zumindest sehr selten.

Prinzipiell lese ich jede Literatur mit Exzerpt (einfache Textdatei). Dann  beginne ich die Arbeit mit einer (vorläufigen) Einleitung, in der ich die Ziele der Arbeit niederschreibe. Bei der Diss ist das mit der Einleitung ein bisschen komplexer, weswegen ich hier immer wieder einen Blick ins Expose werfe.  Das hilft mir dann beim Verfassen des restlichen Textes, weil die Gefahr geringer ist abzudriften und ich so eine Orientierung im Sinne eines Roten Fadens habe. Aber es bedeutet mitnichten, dass eine Einleitung oder ein Expose sich auch nicht im Laufe der Textentwicklung verändern darf, im Gegenteil, sie werden sich verändern. Hilreich ist hier auch ein „Forschungstagebuch“, wo ich (lose) Gedanken niederschreibe. Aber zurück zu LaTeX.

LaTeX ist kurz gesagt, ein Textsatzsystem, mit dem ich Inhalte niederschreibe, und das LaTeX-System daraus lesbare Texte macht.

Neben der Textdatei führe ich aber auch eine Bibtex-Datei, in der jede verwendete Literatur eingetragen wird. Derzeit ist jabref ist das Programm meiner Wahl. Aber eigentlich favorisiere ich BibDesk, was es leider nicht für Linux gibt. Ich trage dort sowohl Literatur ein, die ich lesen möchte, gelesen habe und nie wieder lesen werde, weil sie schlecht ist. Neben dem Exzerpt notiere ich auch eine minimale Zusammenfassung  der Bibtex-Datei, sowie eine Begründung, warum der Text für das weitere Arbeiten sinnvoll oder auch nicht sinnvoll ist. Auch Texte, die ich mir z.B. in der Bibliothek kurz angeschaut habe und dann für nicht gut befunden habe landen in dieser Datenbank, so kann ich verhindern, dass ich vielleicht zwei mal auf die Idee komme ein Buch auszuleihen und dann jedes Mal feststelle,  dass es gar nicht so gut ist.

Die eigentliche LaTeX-Datei, die die Hausarbeit oder Diss. beinhaltet, erstelle ich übrigens mit vim und (noch) nicht mit einer Umgebung wie iTeXMac o.ä. Nach jahrelanger Verwendung der vi(m)-Befehle ist es schwer, sich an etwas anderes zu gewöhnen. Ausserdem ist die vi-Tasse, aus der ich meinen Kaffee trinke echt schick!

Ihr wollt euch auch mal mit LaTeX an eine Arbeit ranwagen? Dann folgt den unten angebenen Links:

LaTeX allgemein: http://www.hpfsc.de/latex/

LaTeX-Tutorium (zB. für Win): http://latex-tutorium.sourceforge.net/

LaTeX unter Mac: http://www.cs.wright.edu/~jslater/mac-t … intro.html

BibDesk (nur Mac): http://bibdesk.sf.net/

JabRef: http://jabref.sf.net/

Im geisteswissenschaftlichen Bereich empfiehlt sich für die Verwaltung der bibliographischen Daten biblatex. Zwar verwendete ich für die Magister-Arbeit noch jurabib, aber biblatex ist in vielen Bereichen einfacher zu handhaben und ist im Gegensatz zu jurabib kein totes Projekt. Auf Dominik Weissenhofens Webseite findet sich nicht nur eine Einführung in biblatex, sondern verschiedene biblatex-Stile, die im geisteswissenschaftlichen Kontext sinnvoll sind: http://biblatex.dominik-wassenhoven.de/

Mein Lieblingseditor ist derzeit noch vim: http://www.vim.org/ ergänzt mit vim-latex

Mein Lieblingsbuch zum wissenschaftlichen Arbeiten stammt von Umberto Eco, welches allerdings im technischen Teil etwas veraltet ist: Eco, Umberto: Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt.

Da die Arbeit an der Dissertation es erfordert mit verschiedenen Dateien zu arbeiten und ich zwischen Abschnitten hin und herspringen muss, bin ich grade auf der Suche nach einer Entwicklungsumgebung. Am liebsten wäre mir vim mit einem passenden Navigationskonzept, aber soweit ist es  noch nicht. Derzeit probiere ich noch kile und Texmaker, da diese auch auf verschiedenen Plattformen laufen und das mittlerweile ein wichtiges Kriterium geworden ist. Und nein: Emacs-Lösungen kommen nicht in Frage. Emacs ist zwar ein nettes Betriebssystem, aber der Editor ist nicht so gut. Daneben hat man mir auch Eclipse empfohlen.

Vorlagen für Hausarbeiten gibt es wie Sand am Meer.  Meine etwas ältere Hausarbeits-Vorlage findet sich hier. Aber ich bin mittlerweile wieder auf die Vorlagen der HU Berlin umgestiegen, nicht nur weil ich dort promoviere. Die Vorlagen (auch für Word und Openoffice!) sind einfach gut und können sowohl für Haus- oder Abschlussarbeiten, als auch für größere Projekte verwendet werden: http://edoc.hu-berlin.de/e_autoren/

Viele Hochschulen bieten Einführungskurse in LaTeX an.

Have a fun (sic)!

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